Jugendzeltlager in Bielsko-Biala

18.09.2005, Autor: Jan Draffehn, Stefan Scheil

Vom 14.07.2005 bis zum 24.07.2005 hat die Stadtjugendfeuerwehr Wolfsburg ein Kreiszeltlager in der polnischen Partnerstadt Bielsko-Biala durchgeführt. Unter den 14 Teilnehmenden Jugendfeuerwehren waren auch wir, die JF Wendschott. Wir sind als zweitgrößte Gruppe mit 12 Jugendlichen und 4 Betreuern angereist, außerdem waren Helge, als Lagerleiter, und Udo, als Brandmeister vom Dienst, in der Lagerleitung vertreten.

<font face="Tahoma">Angefangen hat es alles allerdings schon am Donnerstag den 13.07. mit dem Verladen der Zelte auf dem Hof des Stadtreinigungsamtes. Das Großzelt des Feuerwehrverbandes, die Schlafzelte und ungefähr 200 Luftmatratzen und 200 Schlafsäcke wollten verladen werden. Um 20:00 Uhr hieß es dann für das 11 Personen starke Vorauskommando: „Auf nach Bielsko-Biala“.</font>

<font face="Tahoma">Am Freitag den 15.07. hieß es dann auch für die restlichen knapp 200 Jugendlichen und Betreuer: „Abfahrt!!!“. Die Reisebusse kamen in der Nacht zuvor aus Polen und sollten uns sicher ans Ziel bringen. Zusätzlich begleitete ein MTW den Tross. An der deutsch-polnischen Grenze dann die erschreckende Entdeckung: Zwei Teilnehmer hatten keinen gültigen Reisepass/Perso/Kinderausweis bei sich und so wurde Helge kurzerhand zum Ersatz-Papa für 2 weitere Kinder. Ohne ihn gab es für die Beiden nun keinen Weg mehr zurück nach Deutschland. </font>

<font face="Tahoma">Kurz hinter der Grenze folgte eines der Schlimmsten Stücken Straße, die man sich vorstellen kann. Sie besteht aus einzelnen Asphaltplatten, deren Höhenunterschiede stellenweise 10 cm („Zigarettenschachtelhoch“) beträgt</font>


<font face="Tahoma">ENDLICH!! </font>

<font face="Tahoma">Nach 800 km über deutsche und polnische Autobahnen und Landstraßen waren wir schließlich an unserem Zielort angekommen.</font>

<font face="Tahoma">Wir waren erfreut darüber, dass ein leckeres Frühstück aus der Polizeikantine, die uns die Woche über kulinarische Genüsse servierte, auf uns wartete. Das Großzelt und die Lagerleitungszelte wurden vom Vorauskommando zusammen mit 20 Berufsfeuerwehrleuten, die an diesem Tag extra für uns dienstfrei bekamen oder ihren freien Tag für sausen ließen, aufgebaut. Das Vorauskommando berichtete bereits, dass das Wetter hier relativ extrem sei: „Wir hatten hier in den letzten 24 Stunden jedes Wetter, das man sich vorstellen kann: Sonnenschein und 30°C im Schatten, Regen, Gewitter und Wind.“ Nur war der Regen auch wirklich Regen und nicht nur hohe Luftfeuchtigkeit. Gewitter klangen wie Kanonenschüsse und der Wind peitschte gegen die Zelte. (In Polen ist das Wetter wie in Deutschland, . . . . . . . . . . . . . vor 15 Jahren.) Und was ist mit Schnee?? Ja der kam einige Nächte später dann auch noch laut einiger Augenzeugenberichte für einige Minuten.</font>

<font face="Tahoma">Nach dem Frühstück und dem ersten Wortwechsel mit dem Vorauskommando lag es an uns, unsere Zelte aufzubauen. Wir brachten ein 5 Felder Zelt für uns mit und ein 3 Felder Zelt, damit wir Ruhe vor unseren Betreuern haben konnten.</font>

<font face="Tahoma">Nach kurzer Zeit war unsere Arbeit glücklicherweise auch geschafft, denn kurz darauf fing es an zu regnen und das Zelt unserer Betreuer stand zum ersten Mal unter Wasser, woraufhin diese ihr Zelt um eine Länge in die Platzmitte versetzen mussten, um die erste Nacht trocken zu überstehen.</font>

<font face="Tahoma">Nach diesem ersten Regen begann unter unserem Zelt (unser Plane war wasserdicht) eine Schlammgrube zu entstehen, woraufhin wir einige Tage später unser Zelt auch um eine Länge nach vorne setzen mussten, das Ergebnis war die Suhle die sich unser „Finanzonkel“ Keule seit Beginn des Zeltlager wünschte.</font>

<font face="Tahoma">In den darauffolgenden Tagen galt es auf Tagestouren zu fahren oder einfach nur seinen Spaß zu haben (auf einem durchnässten Platz leider nicht immer möglich).</font>

<font face="Tahoma">Wir haben an einer Bergtour teilgenommen. Bielsko-Biala ist dank der Ausläufer der Karpaten ein beliebter Wintersportort und auch die Umgebung ist vom Wintersport geprägt (im Sommer 30°C im Schatten, im Winter -30°C, Schatten oder nicht ist dabei egal</font><font face="Tahoma">). So gibt es dort auch eine Bergwacht, die einige Jeeps für diesen Wahnsinnsritt bereitstellte. Auch 2 Militär LKW und 2 Jeeps der Straz (pol.: Feuerwehr) waren für uns extra bereitgestellt. Bergauf ging es also ungefähr 15 Minuten in den Jeeps über Stock und Stein. Hinunter kamen wir nach einer kurzen Wanderung und einem Aufenthalt in der Berghütte mit einem Sessellift.</font>

<font face="Tahoma">Zurück im Lager galt es dann eine Langzeitaufgabe zu erfüllen: das Völkerballturnier. Wir haben Neuhaus, die nur mit 3 Jugendlich am Zeltlager teilnahmen in jedem Spiel 4 Leute gestellt, die alle noch in unserer eigenen Mannschaft spielten. Wendschott machte also im Endeffekt doppelt so viele Spiele wie jede andere JF, mit dem Erfolg, dass am Hauptspieltag unser(e) König(in), nach 8 Spielen mit nur einer Pause, den Wurfarm kaum mehr heben konnte, das war ihr aber ziemlich egal und so holten Wendschott und Neuhaus trotzdem die Plätze 7 und 8 (danke Mandy, Steven, Till und Matze, das war echter Einsatz</font><font face="Tahoma">). </font>

<font face="Tahoma">Am Dienstag wollten wir ein altes Salzbergwerk in Krakau besichtigen. Dieses Bergwerk ist zweigeteilt, in Teil wird immer noch genutzt, der ältere Teil wurde zum Museum umfunktioniert. Unser deutschsprachiger Führer ist selber noch als Bergmann tätig, und macht diese Art von Führungen nur nebenbei. Es war zwar informativ, wie die Menschen damals unter Tage arbeiteten, vielmehr war aber die Architektur der Gänge und Kammern atemberaubend. Der Weg hinunter führte über mehr als 800 Stufen 130 m tief unter der Erdoberfläche. Von den 300 km Gänge in diesem Bergwerk sollten wir gerade mal knapp 4 km zu sehen bekommen, wie wir später feststellten allerdings die wohl schönsten Kilometer in diesem Bergwerk. Begann es noch recht harmlos mit einigen Salzsteinfiguren, kamen schon bald die Augenblicke, in denen uns der Atem stockte. Hallen mit mehr als 30 m Höhe, und unter der Decke waren die letzten Gerüste, auf denen die Arbeiter in den letzten Jahrhunderten noch schufteten. Der absolute Augenöffner war aber eine Kathedrale, die in einer der großen Hallen gehauen wurde. Die Wände waren reich geschmückt: an der einen Wand war ein Stall mit einer Krippe ins Salz gehauen und ein Christkind aus Rosa Salz hineingebettet war. Josef, Maria, Hirten, Tiere und Engel, alle waren sie als Figuren rund um die Krippe platziert. Die andere Wand wird von in den Stein gehauenen Gemälden, wie dem letzten Abendmahl, verziert. Eine Statuette von Papst Johannes Paul II. war auch in dieser Kathedrale zu finden. Man sagte uns, dass dieser als Karol Woitila das Bergwerk besichtigte habe. Dem eigentlichen Bergwerk folgte ein Museum, welches ebenfalls in die Stollen eingebracht war. Zu bewundern war altes Arbeitsgerät und auch verschiedenfarbige Salzkristalle aus dem Bergwerk.</font>

<font face="Tahoma">Zum Abschluss dieser spannenden Tour ging es mit einem Fahrstuhl wieder nach oben. Es war im Fahrstuhl eng und dunkel, die Fahrt dauert ca. 30 Sekunden. Man sollte bei dieser Zeitangabe nicht vergessen, dass wir mittlerweile mehr als 130 Meter unter der Erdoberfläche waren, und dementsprechend zügig war die Fahrt.</font>

<font face="Tahoma">Nach kurzer Fahrt kehrten wir zum langersehnten Mittagessen beim weltberühmten Schotten ein. Durch Burger und Pommes gestärkt, traten wir die Heimreise an.</font>

<font face="Tahoma">Wir mussten allerdings mit Entsetzen feststellen, dass es schon wieder in Strömen regnete, und hatten dementsprechende Befürchtungen, wie es dem Platz erging, die sich teilweise auch bestätigten: Wieder Schlammschlacht!</font>

<font face="Tahoma">Mittwoch war ein eher ruhiger Tag. Ein wenig Völkerball hier, ein bisschen Scheiße schieben da.</font>

<font face="Tahoma">Wirklich spannend war nicht einmal die Nachtwache, die wir heute zu absolvieren hatten.</font>

<font face="Tahoma">Donnerstag war schon wieder weniger entspannend. Neben dem Tagesbedarf an Völkerball, wurde auch der Wandertrieb befriedigt, mit einen spektakulären Ende. Man erinnere sich dunkel an die 300 (!) Polnischen Soldaten, die mit den Amerikanern zusammen im Irak in den Krieg gezogen sind. Diese stammten aus der Fallschirmjägereinheit, die in Bielsko-Biala stationiert ist. Diese Einheit bekam weit über 100 Humvee’s (militärischer Geländewagen, aus dem der Hummer 1 einstanden ist) von den Amerikanern geschenkt. Alles, was in Polen Rang und Namen hat, einschließlich dem Regierungschef Polens, war gekommen um eine Show zu sehen, die die Aufgabe der polnischen Truppen im Irak zeigte.</font>

<font face="Tahoma">Für Freitag morgens war der Ori-Marsch geplant. Aber durch das Wetter mussten wir den Ori-Marsch auf den Nachmittag verlegen. Anschließend wurden noch die letzten Spiele vom Völkerball durchgeführt.</font>

<font face="Tahoma">Nach dem Abendessen hatten wir die große Abschlussfete. Wir haben an diesem Abend zwei Sketsche durchgeführt. Die polnischen Kameraden haben uns auch ein Spiel mitgebracht. Eine Gruppe der Jugendlichen aus dem Zeltlager musste sich einen Feuerschutzanzug anziehen. Und die andere Gruppe musste Bergretter-Equipment anziehen. Diese mussten gegen die Zeit kämpfen. Zum Abschluss des Abends waren wir noch auf der Zeltdisko.</font>

<font face="Tahoma">Am Samstag haben wir unsere Zelte gleich nach dem Essen abgebaut. Unsere Taschen haben wir unter einen Schauer auf dem Sportplatz platziert. Das große Essenzelt wurde abgebaut und verladen. Anschließend wurden unsere Zelte in den LKW-Container verlanden. Danach wurden unsere Schlafsäcke und Iso-Matten, Luftmatratzen verladen. Als wir mit dem Verladen des kompletten Gepäcks fertig waren, hatten wir noch den ganzen Nachmittag zur freien Verfügung. Um 20 Uhr kamen dann auch die Busse. Und wir holten unsere Taschen und Rucksäcke und verpackten den Bus. Wir sind dann um 20:30 Uhr in Biesko-Biala abgefahren.</font>

Das war unsere einmaliges Zeltlager in Bielsko-Biala.

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