
Geschehen am 1. März 1922 in der Gastwirtschaft von Friedrich Sack in Nordsteimke:
Zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr wurden nach der Gastwirtschaft von Friedrich Sack die Gemeindemitglieder eingeladen. Nachdem Ackersmann Fritz von Steimker über Zwecke und Ziele der Freiwilligen Feuerwehr Aufschluß gegeben hatte, wurde diesselbe gegründet.

Als Löschgerät stand die im Jahre 1910 von der Gemeinde bei der Fa. W. Detzner und Sohn in Alsleben an der Saale für 1398,- Mark gekaufte Feuerspritze mit Saugwerk zur Verfügung.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war für Nordsteimke nicht der Anfang des Feuerwehrwesens. Die älteste Aussage über das Feuerlöschwesen in Nordsteimke ist in der Dorfbeschreibung von 1756 enthalten:
"Da allenthalben am Dorfe Teiche liegen, die bei Feuergefahr genügend Wasser geben, so gibt es nur 6 lederne Eimer und 2 Feuerhaken."
Die Feuergefahr in jener Zeit muß jedoch sehr hoch gewesen sein, denn alle Häuser waren strohgedeckt und besaßen keinen Schorstein, sondern nur ein "Ulenloch", also eine Abzugsöffnung für den Rauch unter dem Giebel. Ein großer Brand, von dem aber nur durch ungenaue mündliche Überlieferung berichtet wird, soll gegen Ende des 18. Jahrhunderts die meisten Häuser vernichtet haben.
Schon kurz nach Ihrer Gründung, am 2. November 1922, hatte die Nordsteimker Wehr ihren ersten Großeinsatz beim Stall- und Scheunenbrand des Bäckers Karl Behse. Bei diesem Brand hatte sich gezeigt, daß eine bessere Wasserführung in diesem Bereich geschaffen werden mußte. Es wurde der alte Schulbrunnen weiter ausgebaut und in den folgenden Jahren die erforderlichen Geräte für eine schnellere Brandbekämpfung angeschafft.

Mit der fortschreitendenden Technisierung bemühte sich die Wehr, mit Unterstützung der Gemeinde, die Sicherheit des Dorfes durch Neuanschaffung von Ausrüstung und Gerät weiter zu verbessern.
Eine wesentliche Verbesserung brachte die im August 1939 von der Gemeinde gekaufte erste Motorspritze vom Typ LS 8 Magirus Goliath. Diese Anschaffung gewährleistete einen schnelleren Einsatz, zumal das neue Gerät auf einem eigens dafür gebauten Anhänger (TSA) transportiert werden konnte.
Wie notwendig ein schneller Einsatz ist, zeigte sich auch beim Scheunenbrand auf dem Rittergut im Herbst 1939. Um die Mittagszeit läuteten plötzlich die Sturmglocken. Die Freiwillige Feuerwehr war schnell zur Stelle. Nach kurzer Zeit konnte sie sich nur noch darauf beschränken, das schnell um sich greifende Feuer einzudämmen und insbesodere die umliegenden Gebäude zu schützen. Nachdem die Wasserentnahme vom Schulbrunnen erschöpft war, mußte das Wasser aus dem Feuerlöschteich an der Feldscheune über eine sehr weite Wegstrecke gefördert werden. Die Wehr mußte 4 Tage und Nächte eine Brandwache stellen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und Rückkehr der Feuerwehrkameraden aus der Kriegsgefangenenschaft wurde am 26. April 1947 der Dienst wieder aufgenommen. Durch den Flüchtlingsstrom aus dem Osten fanden viele Menschen in Nordsteimke eine neue Heimat und die Wehr wurde durch neue Mitgleder verstärkt. In den folgenden Jahren des Aufbaus wurde bald erkannt, daß ein Teil der Ausrüstung veraltet und für eine Benutzung im Einsatz unbrauchbar geworden war. So begann man nach und nach mit einer Erneuerung und Verbesserung der Ausrüstung.
1954 wird die alte Handdruckspritze verkauft. Um auch zuküftig im Einsatz und bei Übungen leistungsfähig zu sein und zu bleiben, wurde der Wehr im Mai 1957 in feierlicher Zeremonie eine neue Motorspritze Typ TS 8/8 mit VW-Motor übergeben. Im August des Jahres wurde der seit langem notwendige Schlauchturm eingeweiht und die Alarmierung von Handsirene auf eine elektrische umgestellt.

Zu einem großen Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr wurde der 8. Juli 1962. Im Zusammenhang mit dem Sommerfest wurde das 40jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Höhepunkt an diesem Tage war die Übergabe des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF-T, ein VW-Typ II.
Am 19. Juni 1967 hatte die Wehr einen Großeinsatz beim Brand der Feldscheune des Grafen von der Schulenburg. Dieser Brand wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst.
Im August 1969 konnte der Wehr das langersehnte neue Feuerwehrgerätehaus mit Unterrichtsraum übergeben werden. Das alte Gerätehaus war längst räumlich zu klein geworden und bot keine Gewähr mehr für die ordnungsgemäße Unterbringung und Pflege der Ausrüstung.
Im Mai 1972 feierte die Nordsteimker Wehr mit einer großen Übung unter Beteiligung des ganzen Dorfes ihr 50jähriges Bestehen.
Am 1. Juli 1972 wurde Nordsteimke - und damit auch die Freiwillige Feuerwehr - durch die Gebiets- und Verwaltungsreform in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.

Am 29. Dezember 1977 wird der Nordsteimker Wehr durch den Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg ein neues Feuerwehrfahrzeug, ein VW LT 31 - TSF, übergeben.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Norsteimker Feuerwehr war der 12. Juli 1980. An diesem Tage wurde endlich eine Jugendfeuerwehr gegründet. 20 Jungen und 16 Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren traten ihr sofort bei. Jugendfeuerwehrwart wurde Günter Slawik.
Am 5. Dezember 1981 wurde in Nordsteimke Feuerwehrgeschichte gemacht. Als erste Frauengruppe in den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Wolfsburg legten 10 Frauen der Nordsteimker Wehr nach eineinhalbjähriger Ausbildung die Prüfung in der Feuerwehrgrundausbildung mit Erfolg ab.
1987 erhält die Freiwillige Feuerwehr Norsteimke endlich den langersehnten ELW / MTW auf Basis VW Typ II.
Nach einer Bauzeit von 14 Monaten wurde am 29. September 1989 der Um- und Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses eingeweiht. Die Nordsteimker Kameraden haben bei diesem Bau durch ihren uneigennützigen Einsatz und durch Ihre Eigenleistung ca. 45.000 DM eingespart.
1990 beginnt eine Freundschaft zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Nordsteimke und der Freiwilligen Feuerwehr Uhtmöden, Kreis Calvörde, in der Altmark. Die Freundschaft wird durch die beiden Wehrführer - Peter Kietzmann und Lothar Wannowski - auf der Jahreshauptversammlung in Uhtmöden per Handschlag besiegelt.

1992 bekommt die Norsteimker Wehr ein neues TSF-W und eine neue TS 8/8 von der Stadt Wolfsburg.