Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Brackstedt

Brackstedt, ein ehemaliges Rundlingsdorf, kann auf eine sehr lange Feuerwehrtradition zurückblicken.

Wie aus alten Aufzeichnungen hervorgeht, wurde 1774 die erste Feuerspritze angeschafft. Sie kostete 60,- "Thaler". Es war eine tragbare Kastenspritze, die mit einem Pferdewagen transportiert werden musste.

Natürlich konnte man zu der damaligen Zeit in Brackstedt noch nicht von einer Feuerwehr im eigentlichen Sinne sprechen. Jeder Bürger half im Brandfalle so gut er konnte, doch herrschte in solchen Fällen stets ein wirres Durcheinander und so kam was kommen musste, am Ende blieb meistens nur Schutt und Asche übrig. So auch 1846 als ein Großfeuer fast den gesamten Rundling vernichtete.

Allmählich entstanden erste Löschvorschriften. Im Herzogtum Braunschweig wurde die erste Löschvorschrift im Oktober 1832 aufgestellt. Sie enthielt zwar 111 Paragraphen, wurde aber der Gefahrenabwehr noch nicht gerecht. Die Brandbekämpfung lag ja noch in den Händen aller Gemeindemitglieder und bekanntlich verderben viele Köche den Brei. Die Grundordnung fehlte. Und so trat am 01. Januar 1875 im Herzogtum Braunschweig/Lüneburg ein neues Gesetz in Kraft, das mehr Ordnung in das Feuerlöschwesen brachte.

1878 - Aufstellen eine Pflichtfeuerwehr

1877 - Erwerb einer neue Handdruckspritze für 900,- Mark. Die alte war 59 Jahre im Einsatz.

1879 - Bau eines Gemeindespritzenhauses

1928 - Gründung der Freiwillige Feuerwehr Brackstedt.

Erster Gemeindebrandmeister wurde bis 1932 der Landwirt Otto Goos.

1936 - Anschaffung einer Tragkraftspritze (TS 8/8) und eines Tragkraftspritzenanhänger (TSA)

Als Nachfolger von Otto Goos wurde der Landwirt Albert Bosse gewählt, der 1950 wiederum von Hermann Schulze sen. abgelöst wurde. 1966 bekommt die Freiwillige Feuerwehr Brackstedt, nach 88 Jahren, ein dringend benötigtes Feuerwehrhaus mit zwei Einstellplätzen.

31 Jahre hat es gedauert, bis der Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit Tragkraftspritze (TS 8/8) umgetauscht wurde gegen ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) auf einem Ford Transit-Fahrgestell.

Nach 18jähriger Dienstzeit übernahm Alfons Rohleder von Hermann Schulze sen. 1968 das Amt des Gemeindebrandmeisters. 1972 folgte durch die Gebiets- und Verwaltungsreform die Eingemeindung zur Stadt Wolfsburg.

Mit 16 Jugendlichen wurde 1973 die Jugendfeuerwehr gegründet. Die Jugendfeuerwehr wird in 2003 ihr 30jähriges Bestehen feiern.

1983 erhielt die Wehr für den 16 Jahre alten Ford Transit ein TSF auf einem VW LT 35 Fahrgestell. Gleichzeitig wurde, um im Stadtgebiet Wolfsburg den flächendeckenden Brandschutz sicher zu stellen, auf Anordnung des Leiters der Berufsfeuerwehr Wolfsburg ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 T in Brackstedt stationiert. Nach Erreichen der Altersgrenze von 62 Jahren schied Alfons Rohleder aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus und Hermann Schulze jun. wurde Ortsbrandmeister.

1990 wurde das ehemalige Kalthaus zu einem Einstellplatz für einen Einsatzleitwagen umgebaut und die Kameraden bauten den Unterrichtsraum in Eigenleistung aus.

1992 wurde, in einer kleinen Feierstunde, den Kameraden der Ortswehr ein Einsatzleitwagen (ELW) übergeben.

Mit Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 62 Jahren wurde Hermann Schulze 1998 als Ortsbrandmeister verabschiedet.

Zu seinem Nachfolger wählten die aktiven Kameraden Klaus Heiser an ihre Spitze.

Im Jahre 2001 bekam die Freiwillige Feuerwehr Brackstedt, die in der Zwischenzeit Stützpunktwehr geworden und in den Waldbrandzug und in die Feuerwehrbereitschaft integriert war, ein neues TLF 16/25 auf Mercedes Fahrgestell mit einem Schlingmann Aufbau.

Im Jahr 2003 wird die Freiwillige Feuerwehr Brackstedt auf 125 Jahre Feuerwehr Brackstedt zurückblicken können. Dieses Jubiläum soll im Rahmen eines Dorffestes mit den Dorfbewohnern und den freundschaftlich verbundenen Nachbarortswehren gefeiert werden.

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